Verzweifelt bei Achselnässe – was kann man tun?

 

Dass Menschen schwitzen, ist ganz natürlich und dient der Temperaturregulation. Zum Problem wird es dann, wenn auch ohne eine hohe Umgebungstemperatur oder ohne körperliche Anstrengung die Achseln ständig feucht sind. Dies betrifft oft junge Patienten und beginnt meist in der Pubertät. Der Leidensdruck ist oft erheblich. Leider lässt sich bei vielen Betroffenen allein durch äußere Maßnahmen, spezielle Deos und Sprays keine Besserung erreichen. Die von Seiten der Hautärzte empfohlenen aluminiumhydroxidhaltigen Deos reizen auch oft die Haut. Die Ursache des verstärkten Achselschwitzens liegt oft einfach darin, dass bei den betroffenen Menschen die Menge und Dichte der Schweissdrüsen an der Unterseite der Achselhaut deutlich erhöht ist.

 

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1. Behandlung mit Botox

Durch Injektion kleinster Mengen dieses hochpotenten  Wirkstoffes in die Haut der Achsel wird die Reizweiterleitung des Nervensystems an die Schweissdrüsen gehemmt. Dazu muss man wissen, dass die Schweissproduktion über das vegetative Nervensystem reguliert wird. Die Behandlung erfolgt ambulant in der Form, dass nach Oberflächenbetäubung der Haut in der Achsel auf jeder Seite etwa 25 kleine Quaddeln gesetzt werden. Nach spätestens drei bis vier Tagen beobachtet man eine deutliche Reduzierung des Schwitzens. Leider ist der Effekt nicht von Dauer, da der Körper die Stellen der durch Botox gehemmten Reizübertragung an die Schweissdrüsen regeneriert. Individuell unterschiedlich ist daher der Behandlungseffekt dieser Injektionen, von etwa drei Monaten bis deutlich mehr als einem halben Jahr. Nur in ganz seltenen Ausnahmefällen übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine derartige Behandlung. Nach längerdauernder Behandlung beobachten einige Patienten auch, dass die Abstände der Behandlungen ausgedehnt werden können. Dies erklärt man sich so, dass ein Organ – hier die Schweißdrüsen der Achsel- durch die medikamentöse Ausschaltung etwas zurückbilden.

2. Schweißdrüsenabsaugung oder Kürettage

Es gibt eine chirurgische Methode, um die Schweißproduktion in den Achseln zu reduzieren. Hierbei wird ähnlich wie bei einer Fettabsaugung in örtlicher Betäubung zuerst eine Flüssigkeit unter die Haut der Achseln eingebracht. Nach entsprechender Einwirkzeit kann dann mit Spezialkanülen über wenige Millimeter große unauffällig zu platzierende Schnitte die Hautunterseite behandelt werden. Hierbei werden die Schweißdrüsen durch Unterdruck abgesaugt. Der Eingriff kann gut in örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Zur Nachbehandlung wird eine spezielle Weste für etwa eine Woche getragen. Leichte Blutergüsse in der Haut bilden sich schnell zurück. Der Effekt der Schweißreduzierung tritt sofort ein. Eine komplette Zerstörung der Schweißdrüsen bzw. komplette Entfernung ist aber nicht möglich. Ein Teil des Gewebes wird sich wieder regenerieren. Für den überwiegenden Tel der Patienten kann aber auf Dauer eine deutliche Verbesserung erreicht werden. In seltenen Fällen kann der Eingriff nach einigen Monaten noch einmal wiederholt werden.  Die Ausfallzeit nach dem üblicherweise ambulant durchgeführten Eingriff ist relativ kurz.

Als Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie führe ich beide Behandlungen regelmäßig durch. In einem ausführlichen Beratungsgespräch werden Sie von mir über Risiken und Erfolgsaussichten sowie Kosten der Maßnahmen informiert.

Friederike Stoffregen